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#13 30h Woche – Wie man die Arbeitszeit bei Fortbildungen regeln kann

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Hubert hat es nach langen Diskussionen mit seinem Chef endlich geschafft. Er darf an einem speziellen Firmentraining teilnehmen. Doch seit 30 Minuten blickt er immer wieder ungeduldig auf seine Uhr und dann platzt es aus ihm heraus:

„Hallo Hr. Trainer, es ist jetzt 15:00 Uhr“ sagt Hubert

„Ja, und?“ meint der Trainer

„Wir haben bei uns die 30h Woche und ich müsste jetzt gehen“ entgegnet Hubert

Mit solchen Situationen möchte wohl kein Unternehmer konfrontiert werden, wenn er die 30h Woche einführt. Die ernsthaften Fragen die sich stellen sind:

  • Sind Arbeitszeiten über der 6. Stunde Überstunden?
  • Sind solche Zeiten zusätzlich zu vergüten?

Sind Arbeitszeiten über der 6. Stunde Überstunden?

Gesetzlich ist eine Überstunde dann gegeben, wenn der Mitarbeiter die Arbeitszeit von 40h pro Woche überschreitet oder pro Tag eine gewisse Zeitspanne überschreitet. In unserem Fall arbeitet Hubert 6h pro bzw. 30h pro Woche. Bleibt er bis 17 Uhr bei der Schulung und arbeitet somit 8h an diesem Tag, dann handelt es sich bei den 2 Zusatzstunden um Mehrarbeit. Eine Überstunde wird dadurch kaum anfallen.

Sind Mehrstunden im Rahmen der 30h Woche zusätzlich zu vergüten?

Kann man natürlich machen. Dem Unternehmen wird dabei aber wohl ein wenig zu viel zugemutet. Verkürzte Arbeitszeiten und zusätzlich noch ein Mehr an Kosten, wenn mal länger gearbeitet werden muss.

Bei uns regeln wir diese Zeiten wie folgt: Generell fallen alle geleisteten Stunden von der 30. Stunde bis zur 38,5. Stunde bei uns in die von uns sogenannte “Sondermehrarbeit”. In dieser Zeit geleistet Arbeit, wird nicht mehr gesondert vergütet. Auch externe Schulungen fallen unter diese Regelung. In der Vereinbarung mit den Mitarbeitern ist dies wie folgt geregelt:

10.4 Des Weiteren soll die freie Zeit der Weiterbildung dienen. Dazu zählt das Lesen von Büchern aus unserer Bücherei oder einschlägigen Magazinen, Google Recherchen, die Teilnahme an einschlägigen Veranstaltungen oder der Durchführung experimenteller Versuche. Der Mitarbeiter soll dadurch die neusten Technologien und Methoden in seinem Arbeitsumfeld entdecken und testen und so auf Dauer wertvoll für das Unternehmen sein.

Muss der Mitarbeiter Schulungszeiten wieder einarbeiten?

Wir lernen aktuell auch noch und die Frage ist noch nicht restlos geklärt. Folgende Varianten bieten sich dazu an:

  1. Der Mitarbeiter muss 6h eines Schulungstages wieder einarbeiten
  2. Der Mitarbeiter darf die zusätzlichen 2h bei der Schulung nicht als Zeitausgleich verwenden
  3. Personalkosten werden in den Schulungsvertrag aufgenommen, wenn der Mitarbeiter während der Schulung nicht Zeitausgleich oder Urlaub nimmt

Dem Mitarbeiter stehen durch eine 30h Woche 9 Wochen pro Jahr mehr Freizeit zur Verfügung. Ich denke da ist auch bei Mitarbeitern das Verständnis groß, dass da 1 Woche Schulung die gegebenenfalls eingearbeitet werden muss, nicht so sehr ins Gewicht fällt.

Oder? Was meint ihr?

Und Hubert? Der ist natürlich bei seiner spannenden Schulung geblieben…

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